Potsdam - Der Leiterin des Theodor-Fontane-Archivs im Brandenburgischen Landeshauptarchiv, Dr. Hanna Delf von Wolzogen, ist es am Donnerstag gelungen, auf einer Auktion in Basel ein bedeutendes Konvolut von Briefen Theodor Fontanes zu erstehen. Dies teilte das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur mit. Bei dem Konvolut handelt es sich um 23 gut erhaltene eigenhändige Briefe Theodor Fontanes an den Redakteur, Literaturhistoriker und Publizisten Gustav Karpeles (1848–1909) aus der Zeit von 1879 bis 1890.
Das Konvolut umfasst mehr als 60 Prozent der derzeit bekannten Briefe Fontanes an diesen Adressaten. In seinen Briefen berichtet Fontane detailliert über seine Schreibabsichten, woraus sich tiefe Einblicke in seine Arbeitsweise ergeben. Kulturministerin Dr. Martina Münch zeigte sich erfreut über diese außergewöhnliche Erwerbung. „Die Briefe Fontanes an Gustav Karpeles sind von außerordentlichem literaturhistorischem und kulturhistorischem Wert und gehören zu den wichtigsten Zeugnissen Fontaneschen Schreibens. Ich freue mich, dass der Ankauf der Briefsammlung mit Hilfe der Kulturstiftung der Länder sowie des Beauftragen der Bundesregierung für Kultur und Medien möglich geworden ist.“
Das Potsdamer Theodor-Fontane-Archiv kann auf eine Reihe bedeutender Ankäufe in der Vergangenheit zurückblicken. Mit dem Erwerb der Briefe an Gustav Karpeles bietet sich dem Theodor-Fontane-Archiv die einmalige Gelegenheit, seinen Bestand von Fontane-Autographen um besonders wertvolle Stücke nationalen Kulturgutes zu ergänzen und sich damit als prominenter Ort der Fontane-Forschung weiter zu profilieren. Die Konzentration der Fontane-Handschriften macht das Theodor-Fontane-Archiv zum herausragenden Ort der Fontane-Forschung.
Das Theodor-Fontane-Archiv im Brandenburgischen Landeshauptarchiv als literarische Gedenk- und Forschungseinrichtung sammelt und erschließt Handschriften, Literatur und andere Medien zu Theodor Fontane (1819-1898) und seiner Zeit und hält Person und Werk des großen Schriftstellers sowohl der Forschung als auch der interessierten Öffentlichkeit zugänglich. Die Einrichtung beherbergt den größten Teilnachlass Fontanes und verfügt über eine der größten Sammlungen von Werkmanuskripten und über ca. 80 Prozent der heute bekannten Briefhinterlassenschaft.