Maibaumes und der Maizweige verkörpern den Wachstumsgeist, welcher Fruchtbarkeit und Gesundheit in das Dorf und in die Häuser bringen soll.
Dafür wird am 1. Mai, mancherorts auch am Vorabend zum 1. Mai, im Dorfzentrum der Maibaum feierlich aufgestellt. Am Wipfel eines meterlangen geschälten Stammes wird dazu eine Birke befestigt und darunter ein bis zwei Kränze mit bunten Bändern. Den Stamm ziert oft noch eine grüne gedrehte Girlande. In der ersten Nacht muss der Baum von den Burschen bewacht werden, da er auch heute noch als Symbol der Gesundheit und des Wachstums für das gesamte Dorf betrachtet wird und die Jugend anderer Dörfer bestrebt ist, den Baum abzusägen oder gar zu stehlen. Sollte dieser Versuch gelingen, bedeutet das eine Schande für das ganze Dorf und der Maibaum darf die nächsten sieben Jahre in diesem Dorf nicht aufgestellt werden.
In einigen Orten aber wird der Maibaum erst am Morgen des 1. Mai feierlich mit der gesamten Dorfgemeinschaft aufgestellt und mit einem Dorffest verbunden. Im Gegensatz zur Oberlausitz, wo das traditionelle Maibaumwerfen als Dorffest an einem Sonntag im Mai stattfindet, steht der Maibaum in der Niederlausitz oft bis Johanni. Dann wird er gefällt und versteigert.
Susann Boldt, FH-Potsdam, Fachbereich Informationswissenschaften